Visualisierte Musik: Die Umsetzung von Klängen in Farben, Formen und Strukturen

Mixed Media auf foamboard, 20 x 30 cm

 

Bild und Text zur Musik von Mauricio Kagel 

 

Macht. Gewalt. Oder eher gewaltig. Eine gewaltige Macht höre ich, eine gewaltige Macht spüre ich. Intuitiv greife ich zu der Unfarbe schwarz. Eckig und zackig klingt es, fest und unflexibel, fix und unheimlich. Meine Hände bilden mit der schwarzen Pastellkreide von allein die Form, die Spitzen entstehen beim Machen.

Die Stimme wird eindringlicher und aufdringlicher, ich versuche mich zu wehren, dagegen zu halten und drücke immer fester auf, immer forscher und enger. Die zarte, schwarze Pastellkreide ist einem rustikalen formlosen Stück dicker Malkreide gewichen.

Ich versuche die gesprochenen Hintergrundinformationen auszublenden, sie stören meinen sinnlichen Zugang zum Sing Sang der Sprache. Intellekt und Sinn schließen sich aus – zumindest bei mir.

Marschähnliche Rhythmen erklingen. Meine Hände greifen zu brauner und okker-farbener Malkreide. Da ist sie wieder, die markante Stimme. Meine beiden Finger graben unwillkürlich Formen in das gebirgsähnliche Gebilde. Ein ungeplanter Ansatz von Gesichtern zeigt sich, ein Hauch von Stirn, von Nase, von Wangen.

Sie bilden eine Einheit. Der Hintergrund bildet auch eine Einheit, eine ähnliche, aber andere. Sie unterscheiden sich und gehören doch zusammen. Es gibt kein Entkommen aus der Macht.

 

 

 

 

Mixed Media auf foamboard, 30 x 20 cm

 

Bild und Text zur Musik von Morton Feldman

Ich höre Klänge. Zarte Klänge, die schüchtern und doch präsent klingen. Spitz und durchdringend fahren sie in meine Ohren. Sie stehen da ohne Zusammenhang. Finden nicht zueinander, versuchen sich mit langen Fäden zu berühren, aber schaffen nur eine wolkige Nähe. Mehr Schein als alles andere. Schwebende Mystik in luftiger Höhe. Der Bodenkontakt ist schon lange weg. Es gibt keine Erdung. Nichts Konkretes, der Versuch einer Struktur, die keine ist. Langsam bewegen sie sich aufeinander zu, halten inne, spüren nach, machen Rast. Sie drehen sich im Kreis, aber merken sie es? Fahren auf und ab, aber nur stückchenweise. Schweben im Raum, mit dem Versuch von Kontakt. Es fließt und stockt, es perlt und knallt, es ruht und läuft niemals.

 

Bild zur Musik von Gjörgy Ligeti

Mixed Media auf foamboard, 30 x 20 cm